Tag 2 unserer Mietwagentour war schon nicht mehr ganz so chaotisch. Das lag daran, dass wir uns nur außerhalb von Panama-City bewegten.
Ganz umsonst, nur um eine Nacht am Rio Chagres zu übernachten, wollten wir nicht nach Gamboa gefahren sein. Wir buchten im Gamboa-Rainforest-Resort einen Ausflug zum Wildlife-Rescue-Center. Wir nahmen 42 US $ in die Hand und schlossen uns einer geführten Tour an. Seltene Orchideen werden dort gepflegt und gehegt. Selbst die Vanille-Pflanze, ebenfalls eine Orchideengattung, jedoch in Panama nicht heimisch, wächst dort. Es gibt eine große Schmetterlingsvoliere mit allen in Mittelamerika heimischen Schmetterlingen. Ein künstlicher Tümpel mit verschiedenen Pfeilgiftfröschen. Eine Pflegestation für verletze Wildtiere. Faultiere, Greifvögel, ein Wildkatzen-Junges, 9 Monate alt und eine einjährige Ozelot-Katze werden gesund gepflegt und hoffentlich wieder in die freie Natur entlassen.
Im Anschluss daran stand der 40 Meter hohe Canopy-Tower, der sich im Soberania Nationalpark befindet, auf unserem Plan. Drei schweißtreibende Kilometer liefen wir durch den Regenwald hoch auf den Aussichtshügel mit dem Turm. Dort angekommen fanden wir ein umzäuntes Gelände mit Aussichtsturm, umgeben mit Stacheldraht und Kameras. Nachdem ich mir die Freiheit genommen hatte, einfach auf die Klingel am Tor zu drücken, richteten sich alle Kameras auf uns und ein Palaver durch die Sprechanlage begann. Schließlich hatte man drinnen ein Einsehen mit den zwei bekloppten Deutschen und schickte eine junge Amerikanerin an den Zaun. Sie erklärte uns, dass wir uns illegal auf den Weg gemacht hätten, weil dieses Gebiet nur mit Voranmeldung und Einholung einer Genehmigung per E-Mail betreten werden darf. Das hatten wir ja schon beim Aerial Train, nur dass die E-Mails nie beantwortet werden, was, wie wir jetzt wissen einem negativen Bescheid entspricht. Da wir also keine E-Mail-Antwort vorweisen konnten und auch nicht mit einer geführten Gruppe des XY-Tourveranstalters gekommen waren, blieb für uns die Türe zu! Nichts mit dem Rundumblick auf den Panama-Kanal und den Pazifik.
So fuhren wir mit dem Auto am Kanal entlang. Zuerst zur Pedro-Miguel-Schleuse und dann zum Miraflores Besucherzentrum. Kurz vor dem Erreichen der Stadtgrenze von Panama-City drehten wir um und fuhren zurück nach Puerto Lindo.
