Guna Yala
Nach 10 Tagen im San Blas Archipel sind wir zurück in Puerto Lindo, Linton Bay Marina.
Wir besuchten die Hollandes Cays, die Lemon Cays und Chichime. Aufgrund der Wetterlage mit permanenten gewaltigen Gewittern über dem Festland blieben wir ausschließlich auf den äußeren Inseln des Archipels. Das Paradies hat ohne die rosarote Brille doch einige Macken. In Chichime war es uns zu voll und der Ankerplatz außerhalb des Chichime-Flaschenhalses aufgrund der beständigen Südwindlage zu unsicher. In den Hollandes-Cays, im sogenannten Swimmingpool, schnorchelte Fleur gerade die Lage des Ankers ab, als ein ca. 2,5 Meter langer Hai genau nachschauen kam, was da jetzt neu in seinem Revier ist. Da wir nicht wussten, ob es ein harmloser Ammenhai oder ein nicht so harmloses Exemplar war, beorderten wir Fleur schleunigst aus dem Wasser. Danach hatte niemand mehr Lust auf Swimmingpool. Am nächsten Tag brachte uns der Südwind jede Menge Müll (Plastikflaschen – und tüten, verfaulte Früchte, gammeliges Stinkzeugs mit Seegras, Badelatschen, u.v.m.) sodass wir den Swimmingpool verlassen mussten. Auf Banedup, einer der Inseln die den Swimmingpool umschließen, sollen Krokodile leben. Wir haben jedoch keines gesehen, was wir aber hatten waren tausende Stechmücken. Natur pur eben.
Wir zogen uns zu den Lemon Cays zurück und ankerten weiter draußen, wo die Strömung für Wasseraustausch sorgt.
Hier hatten wir glasklares Wasser in Badewassertemperatur. Laut unseren Instrumenten 36,5 Grad. Kaum zu glauben. Wir sahen viele Seesterne, Rochen, eine einsame Wasserschildkröte und im Flachwasser vor den Inseln bunte kleine Fische und schwarze stachelige Seeigel. Beim Schnorcheln mussten wir feststellen, dass die Riffe bzw. die Korallen tot sind. Vereinzelt bilden sich neue Flecken mit 50 – 70 cm Durchmesser, die bereits von bunten Nemos bewohnt werden. Ein Tropfen auf den heißen Stein.
Die Kunas, Bewohner der Inseln, sind ausgesprochen freundlich aber auch geschäftstüchtig. Teilweise sprechen sie einige Wörter Englisch, sodass mit spanisch-englischem Kauderwelsch eine leichte Unterhaltung möglich ist. Wir haben einen neuen Freund, Venacio, Molamaster. Fleur hat ihm noch zwei Molas abgekauft. An unserem letzten Abend kam er mit seinem Kanu extra nochmals vorbei, um small Talk zu halten und Fleur und Dirk eine gute Heimreise zu wünschen.
Die Palmeninselchen werden von Kuna-Familien gepflegt und wechselweise bewohnt. Beim Anlanden mit dem Beiboot findet man ein Schild, dass Besucher gegen die Gebühr von 2 US $ willkommen sind. Kauft man jedoch ein Kaltgetränk oder eine Mola, bezahlt man nichts. Eine unfreundliche Ausnahme, mit 3 US $ pro Person und übel gelaunter Kunafrau hatten wir auch. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Die Versorgung mit Fisch, Pulpo, Lobster und Krabben klappte im Überfluss. Ständig kamen Jungs im Kanu vorbei und präsentierten ihren Fang. Mangels großem Topf durften die Lobster überleben, kurzfristig. Die Pulpos mangels Kenntnis der Zubereitung ebenso. Zwei bis drei Mal in der Woche kommt der Vegi-Kuna mit einer Lancha voll mit frischem Gemüse, Getränken und Eiern. Die Preise sind zwar gesalzen, Service kostet eben. Hungern braucht niemand. Einzig die Versorgung mit Brauchwasser wurde kritisch, nach 10 Tagen spülen und duschen zu viert war der Frischwassertank leer.