Panama_9

Panama, das Ende der Fahrtenseglerwelt in der Karibik. Wer hier herkommt bzw. hängen bleibt hat entweder den Zeitpunkt verpasst an dem er nach Norden abbiegen hätte sollen, oder ist sich noch immer nicht im Klaren ob er nun durch den Panamakanal in den Pazifik will oder nicht.
Die Linton Bay Marina ist, das darf man sagen, keine Sternemarina. Besten Falls eine funktionierende Steganlage mit angeschlossenem Werftbetrieb. Es gibt ein Büro- und einen WC/Duschcontainer. Der WC/Duschcontainer ist ordentlich aufgeteilt in Mujeres und Hombres.

Sanitäre Anlagen der Linton Bay Marina

Sanitäre Anlagen der Linton Bay Marina

Mit einer Toilette und einer Dusche jeweils in einem Raum! Das heißt, wenn einer duscht geht für die anderen nichts mehr. Alles sehr gewöhnungsbedürftig. Die Dusche ein wahres Erlebnis. Den Brauseduschkopf hat es wohl weggesprengt, so hart ist der Wasserstrahl. Er drückt einen derartig gegen den Boden, dass man sich kaum auf den Füßen halten kann. Der Wasserstrahl zerschellt auf der Schädeldecke, spritzt zur Seite auf Wand, den Duschvorhang und Decke und wird von dieser reflektiert um erneut den Körper zu bespritzen. Ich dachte immer Kärcher hätte den Hochdruckreiniger erfunden, was hier aus der Wand spritzt ist mindestens genau so gut, nur leider kalt.

Wirklich schön an diesem Hafen ist der Spirit den die verschiedenen Nationen mitbringen. Es wird viel miteinander gesprochen man tauscht sich aus, der Hafen lebt bis tief in die Nacht, von wegen 22:00 Uhr ist Seglers Mitternacht, da werden die Italiener erst wach. Egal ob die oder der knarzende Fender des Nachbar, irgendetwas will einem immer am Schlafen hindern. Man fällt dann halt irgendwann ins Koma.

Fleur und Dirk fuhren heute mit dem Bus nach Panama City um morgen in den Flieger nach Deutschland zu steigen. Walter und ich verlassen spontan am Dienstag ebenfalls Panama um zurück ins verrußte Cartagena zu segeln. Wir wollen dort das Schiff einlagern und ebenfalls schnellstmöglich nach Hause zurück fliegen. Die Wetterlage hier in Panama wird uns mit den vielen Gewittern zu bedrohlich. Deshalb auch die Einlagerung in Cartagena/Kolumbien. Alles andere, hier in der Linton Bay Marina im Wasser zu bleiben, in der Panamerina auf dem Hard ohne Stromanschluss für den Luftentfeuchter/Klimaanlage, Shelter Bay Marina in Colon oder Rio Dulce in Guatemala ist für uns keine Alternative.